Was ist ein HÜP? – Hausübergabepunkt für Glasfaser erklärt

Veröffentlicht am
23. März 2026

Der Hausübergabepunkt (HÜP) – Schnittstelle für Ihren Glasfaseranschluss

Was ist ein Hausübergabepunkt (HÜP)?
Der Hausübergabepunkt (HÜP) ist ein zentrales Element beim Glasfaserausbau – denn hier endet das Netz des Telekommunikationsanbieters und beginnt die hausinterne Infrastruktur. Technisch gesehen ist der HÜP die Schnittstelle zwischen der Netzebene 3 (Zugangsnetz des Netzbetreibers) und der Netzebene 4 (Gebäudeinstallation).Er wird üblicherweise im Keller, Technikraum oder an der Außenwand eines Gebäudes montiert und markiert den Punkt, an dem die vom Netzbetreiber verlegte Glasfaserleitung ins Gebäude übergeht. In diesem Bauteil wird die Glasfaser gespleißt, das heißt: die einzelnen Fasern der Netzleitung werden dauerhaft und verlustarm mit den Fasern der Hausinstallation verbunden.

Der HÜP kann dabei je nach Netzbetreiber unterschiedlich aussehen, erfüllt aber immer die gleiche Funktion:

Ob in einem Neubau oder nachträglich bei der Modernisierung – der Hausübergabepunkt ist die Grundvoraussetzung für jeden Glasfaseranschluss im Haus oder Unternehmen. Ohne ihn ist keine weitere Signalverteilung möglich.

Wo befindet sich der HÜP und wie sieht er aus?

Der Hausübergabepunkt (HÜP) wird in der Regel dort installiert, wo das Glasfaserkabel von außen ins Gebäude geführt wird – also an der Stelle, an der die Leitung das private Grundstück betritt. Meist befindet sich der HÜP im Keller, im Hausanschlussraum oder bei kleineren Gebäuden auch an der Außenwand.

Je nach baulicher Situation und Verlegemethode kann der genaue Standort vom Netzbetreiber festgelegt werden. Dabei spielt nicht nur die Zugänglichkeit, sondern auch der Schutz vor Feuchtigkeit, Hitze und Frost eine Rolle.

Typische Merkmale eines HÜP:
  • Kompaktes Gehäuse: In Kunststoff oder Metall, oft verschließbar (plombierbar), um Manipulationen zu verhindern
  • Spleißtechnik: Die Glasfasern werden im Inneren gespleißt und sauber aufgelegt
  • Einführungsschutz: Leitungen werden über Leerrohre oder Schutzschläuche eingeführt
  • Kennzeichnung: Häufig mit Aufdruck des Netzbetreibers und Hinweis auf Eigentumsverhältnisse

In der Praxis unterscheidet sich der genaue Aufbau je nach Anbieter. Während manche Netzbetreiber wie die Deutsche Telekom ein separates Wandgehäuse mit Spleißbox verwenden, integrieren andere den HÜP bereits in kombinierte Abschlusseinheiten.Ein HÜP kann Teil eines modularen Systems sein – er stellt dann die erste von mehreren Einheiten dar, die z. B. über die Gf-TA (Glasfaser-Teilnehmeranschlussdose) und den ONT (Optical Network Terminal) bis hin zum Router miteinander verbunden sind.

Wer ist für den HÜP verantwortlich?

Die Verantwortung für den Hausübergabepunkt (HÜP) ist klar geregelt – und sie markiert gleichzeitig die technische und rechtliche Trennung zwischen dem öffentlichen Netz des Betreibers und der privaten Gebäudeverkabelung.

Zuständigkeit des Netzbetreibers

Bis zum HÜP – also inklusive der Glasfaserleitung von der Straße bis ins Gebäude – ist der Netzbetreiber verantwortlich.

Er übernimmt:

Der HÜP bleibt in der Regel im Eigentum des Netzbetreibers und ist entsprechend plombierbar, um unbefugten Zugriff zu verhindern.

Verantwortung des Gebäudeeigentümers

Ab dem HÜP beginnt der Verantwortungsbereich des Eigentümers oder des Auftraggebers – je nachdem, wer die interne Verkabelung im Gebäude realisiert.

Dazu gehört:
  • die Verbindung zum ONT (Optical Network Terminal),
  • sowie die Verlegung weiterer Inhouse-Verkabelung (z. B. Glasfaser oder Netzwerkkabel).

In vielen Fällen bieten Netzbetreiber oder Fachfirmen wie wir – die NUHAJ Tiefbau GmbH – auch die gesamte Turnkey-Lösung, bei der wir neben dem Tiefbau auch die Hauseinführung, die interne Installation und die Inbetriebnahme aus einer Hand übernehmen.

Netzebene 3 vs. Netzebene 4

Diese klare Aufgabenteilung orientiert sich am Modell der Netzebenen:
  • Netzebene 3: öffentliches Versorgungsnetz → Zuständig: Netzbetreiber
  • Netzebene 4: Gebäudenetz (Verkabelung ab HÜP) → Zuständig: Eigentümer oder beauftragte Firma

Diese Trennung dient auch der technischen Sicherheit, der Verantwortlichkeitsregelung und einer reibungslosen Zusammenarbeit im Störungs- oder Ausbaufall.

Wie funktioniert der HÜP im Glasfasernetz?

Der Hausübergabepunkt (HÜP) bildet die zentrale physische Schnittstelle zwischen dem öffentlichen Glasfasernetz und der internen Gebäudeinstallation. Er empfängt das Signal aus dem überregionalen Netz und leitet es weiter – über definierte Übergabepunkte – bis zum Router des Endnutzers.

Verbindung vom Netz zum Gebäude

Das Glasfasersignal gelangt über ein weit verzweigtes Netz aus zentralen Verteilern (PoP = Point of Presence), Netzverteilern (NVT/KVz/PDP) und schließlich über eine Erschließungsleitung bis zum Gebäude. Dort endet diese Leitung am HÜP.Im Inneren des HÜP erfolgt die sogenannte Spleißung, also die präzise Verbindung der Glasfasern zwischen dem Außennetz und der hausinternen Faser. Das Signal wird hier weder gewandelt noch verstärkt – der HÜP ist ein rein passives Bauteil. Er garantiert jedoch eine saubere Trennung der Verantwortlichkeiten und eine technisch sichere Übergabe.

Vom HÜP zum Endgerät

Vom HÜP aus wird das Signal typischerweise folgendermaßen weitergeleitet:
  • 1. Gf-TA (Glasfaser-Teilnehmeranschlussdose):
    Wird in einem oder mehreren Räumen im Gebäude installiert. Sie stellt den Steckplatz für das Glasfaserkabel zum Endgerät bereit.
  • 2. ONT (Optical Network Terminal):
    Wandelt das optische Signal in ein elektrisches Signal um und stellt den LAN-Ausgang für den Router zur Verfügung. Der ONT kann direkt in die Gf-TA integriert oder separat angeschlossen sein.
  • 3. Router:
    Verbindet das lokale Netzwerk mit dem Internetanschluss – über Ethernet oder WLAN.

Strukturierter Aufbau sorgt für reibungslosen Betrieb

Ein durchdachter Signalfluss vom HÜP bis zum Endgerät gewährleistet nicht nur die volle Bandbreite, sondern auch die Möglichkeit, später weitere Geräte, Anschlüsse oder Teilnehmer zu integrieren. Daher ist es sinnvoll, beim Bau oder bei der Modernisierung bereits Leerrohre, Dosen und Stromanschlüsse für Gf-TA und ONT einzuplanen.

Unterschiede zwischen HÜP, Gf-TA und ONT

Im Glasfasernetz begegnet man häufig drei zentralen Komponenten innerhalb des Gebäudes: HÜP, Gf-TA und ONT. Obwohl sie alle Teil derselben Anschlusskette sind, übernehmen sie sehr unterschiedliche Aufgaben. Eine klare Unterscheidung hilft dabei, Verantwortlichkeiten und technische Abläufe zu verstehen – besonders bei der Planung und Umsetzung von Glasfaserprojekten.

HÜP (Hausübergabepunkt)

  • Funktion: Passiver Übergabepunkt, an dem die Glasfaserleitung vom Netzbetreiber ins Gebäude eingeführt und gespleißt wird.
  • Position: Meist im Keller oder Hausanschlussraum, teilweise an der Außenwand.
  • Verantwortung: Netzbetreiber (bis zur Installation und Inbetriebnahme).
  • Besonderheit: Trennt Netzebene 3 (öffentlich) von Netzebene 4 (privat).

Gf-TA (Glasfaser-Teilnehmeranschlussdose)

  • Funktion: Steckdose für das hausinterne Glasfaserkabel, über das das Signal vom HÜP weitergeleitet wird.
  • Position: In Wohnräumen oder Technikräumen; kann je nach Größe des Gebäudes mehrfach vorhanden sein.
  • Verantwortung: Ab HÜP – Eigentümer oder ausführende Firma.
  • Besonderheit: Bestandteil der Inhouse-Verkabelung; ermöglicht strukturierte Verteilung.

ONT (Optical Network Terminal)

  • Funktion: Aktives Gerät, das das optische Glasfasersignal in ein elektrisches Signal umwandelt (für den Router).
  • Position: Direkt an der Gf-TA oder in deren Nähe – häufig im gleichen Raum wie der Router
  • Verantwortung: In der Regel beim Netzbetreiber, kann aber auch in Kundeneigentum übergehen.
  • Besonderheit: Braucht Stromanschluss, wird mit dem Router per LAN-Kabel verbunden.

HÜP bei Einfamilienhaus vs. Mehrfamilienhaus

Der Aufbau und die Position des Hausübergabepunkts (HÜP) unterscheiden sich je nach Gebäudetyp. Während bei einem Einfamilienhaus meist eine einfache Punkt-zu-Punkt-Verbindung ausreicht, erfordert ein Mehrfamilienhaus eine strukturierte und erweiterbare Installation – insbesondere im Hinblick auf die spätere Signalverteilung an mehrere Wohneinheiten.

    HÜP im Einfamilienhaus

    In einem Einfamilienhaus wird der HÜP in der Regel an einem zentralen Punkt installiert – häufig im Hausanschlussraum oder Keller. Von dort wird das Glasfasersignal über ein einzelnes Inhouse-Glasfaserkabel (z. B. über Gf-TA und ONT) direkt zum Router geführt.

      Nur bei vollständiger Einhaltung aller Vorgaben gilt die Oberfläche als abnahmefähig – andernfalls drohen Nacharbeiten oder Kürzungen.

      Merkmale:
      • Einfache Verkabelung: eine Leitung vom HÜP zur Gf-TA
      • Meist nur ein Router / Anschluss
      • Platzsparende Installation möglich
      • Optimal für Neubauten oder Nachrüstungen mit kurzen Wegen

      HÜP im Mehrfamilienhaus

      Bei Mehrfamilienhäusern (MFH) oder großen Wohnkomplexen muss das Glasfasersignal auf mehrere Wohneinheiten aufgeteilt werden. Der HÜP wird daher meist zentral im Technikraum oder Keller montiert und dient als Einspeisepunkt für die weiterführende Netzstruktur innerhalb des Gebäudes.

        In der Praxis werden hier zusätzliche Komponenten wie:
        • Etagenverteiler,
        • Mikrorohre / Leerrohrsysteme,
        • oder ein netzinterner Mini-Verteiler (NVT/PDP) eingesetzt.

        Von dort aus erfolgt die individuelle Zuleitung zu den einzelnen Wohnungen, entweder direkt mit Glasfaser oder über Hybridlösungen mit Kupfer / Ethernet – je nach technischer Ausgangslage und Zielsetzung des Netzbetreibers.

        Besonderheiten:
        • Erhöhte Komplexität bei der Planung
        • Brandschutzvorgaben und Kabelmanagement sind relevant
        • Dokumentation und Beschriftung jeder Einheit notwendig
        • Übergabe je Wohneinheit oft über separate Gf-TA und ONT

        In beiden Fällen – ob Einfamilienhaus oder Mehrfamilienhaus – ist der HÜP der erste und unverzichtbare Baustein, um die Glasfaser ins Gebäude zu bringen. Für Netzbetreiber und ausführende Firmen ist daher eine durchdachte Planung entscheidend, um zukünftige Erweiterungen oder Anschlusswünsche effizient umzusetzen.



        Häufige Fragen zum Hausübergabepunkt (HÜP)

        Hier beantworten wir häufige Fragen rund um den Hausübergabepunkt

        Muss ich den HÜP selbst bezahlen?

        In der Regel übernimmt der Netzbetreiber die Kosten für die Hauseinführung und die Installation des HÜP – insbesondere bei geförderten Glasfaserprojekten oder im Rahmen des kostenlosen Anschlusses während des Ausbaus. Bei individuellen Nachinstallationen oder Sonderwünschen können jedoch Kosten für Zusatzarbeiten anfallen. Es empfiehlt sich, vorab eine schriftliche Klärung mit dem Anbieter.

        Kann ich den Standort des HÜP selbst wählen?

        Grundsätzlich stimmt der Netzbetreiber den Installationsort mit dem Eigentümer ab. Der gewählte Platz sollte gut zugänglich, trocken, frostfrei und möglichst nahe an der Hauseinführung liegen. In Einzelfällen (z. B. ungünstige bauliche Gegebenheiten) kann der Netzbetreiber jedoch eine bestimmte Position vorschreiben.

        Was passiert bei Problemen mit dem HÜP?

        Da der HÜP in den Verantwortungsbereich des Netzbetreibers fällt, übernimmt dieser auch Wartung, Reparatur oder den Austausch – z. B. bei defekter Spleißtechnik oder beschädigtem Gehäuse. Wichtig: Manipulationen am HÜP (z. B. eigenes Öffnen oder Umverlegen) sind unzulässig und können zu Störungen oder Vertragsverstößen führen.

        Ist der HÜP auch in älteren Gebäuden möglich?

        Ja. Auch in Bestandsgebäuden kann der HÜP problemlos nachträglich installiert werden. Voraussetzung ist eine geeignete Hauseinführung, ein verfügbarer Technikraum oder Keller sowie Zugang für die Tiefbauarbeiten. Für denkmalgeschützte Gebäude oder Sonderfälle gibt es spezielle Lösungen, z. B. über Außenmontage.